Vom Autor zum Unternehmer

Autor ist ein schöner Beruf. Verleger auch. Autor und Verleger in Personalunion zu sein, das erfordert vielfältige Begabungen und einen enormen Zeitaufwand. Es sind sehr verschiedene Aufgaben und Tätigkeiten, die Sie als Selbstverleger unter einen Hut bringen müssen. Während Sie ihren Verlag betreiben, können Sie nicht schreiben. Und während Sie schreiben, können Sie Ihren Verlag nicht voranbringen. Dazu kommt: Viele kreative Menschen sind schlechte Vermarkter Ihrer selbst. Ein Buch zu schreiben ist eine Sache. Mit dem eigenen Buch hausieren zu gehen, eine ganz andere.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihr Buch im Selbstverlag und in Eigenregie herauszubringen, tragen Sie das volle unternehmerische Risiko. Sie sollten das nicht allein aus der Not heraus tun. Wenn Ihr einziger Antrieb der Frust über die Absagen der etablierten Verlage ist, sollten Sie es lieber bleiben lassen. Wenn Sie aber Lust dazu haben und die Leidenschaft und den Enthusiasmus des Verlegers aufbringen — warum nicht? Sie sollten wissen, dass der Weg steinig ist — und dass Büchern, die im Selbstverlag erscheinen, in der Branche ein ähnlich schlechter Ruf anhaftet wie Werken, die in Zuschuss-Verlagen erscheinen — ja, wie eigentlich allen Büchern, die nicht in einem klassischen Verlag erscheinen. Möglicherweise ist der Blick der Branche hier auch ein wenig eng und borniert. Aber im Moment ist es leider so.

Wann macht es Sinn, Ihr Werk selbst zu verlegen?

Dann, wenn Sie die Absatzmöglichkeiten — realistisch eingeschätzt — für so gut halten, dass Sie den Gewinn nicht anderen überlassen wollen. Auch wenn Sie Ihre Nutzungsrechte behalten wollen, um darüber jederzeit frei verfügen zu können. Und schließlich, wenn die absetzbare Auflage sehr klein ist, so dass etablierte Verlage nicht daran interessiert sein können.

Wenn es Ihnen Freude macht und Sie in der Lage sind, Ihren Eigenverlag nebenberuflich zu führen, kann der Schritt vom Autor zum Verleger auch ein spannendes Unternehmen sein.