Aktionsbündnis für faire Verlage

Nicht alle Zuschuss-Verlage arbeiten unseriös. Angesichts der geringen Chancen, von renommierten Verlagen veröffentlicht zu werden, müssen Schriftsteller möglicherweise auch andere Verlags-Modelle in Erwägung ziehen. Doch sollte es dabei immer fair zugehen. Seriöse Verlage klären den Autor über die entstehenden Kosten und Risiken auf — und zwar nicht nur im Kleingedruckten des Vertrags.

Um unfairen Verlagspraktiken entgegen zu wirken, haben deutsche, österreichische und schweizerische Schriftstellerverbände im April 2008 das "Aktionsbündnis für faire Verlage" gegründet. Sie wollen gerade unerfahrene Autoren vor den schwarzen Schafen der Branche schützen. Die gemeinsame "Fairlag-Erklärung" vom Verband deutscher Schriftsteller in ver.di (VS), dem Bundesverband junger Autoren (BVjA) und anderer deutschsprachiger Autorenverbände ist nachzulesen auf: www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com

Hier finden Sie auch Merkmale, die nahe legen, dass es sich um einen unseriösen Verlag handeln könnte. Zwar müsse keiner der aufgeführten Punkte zwingend bedeuten, dass dahinter ein unseriöser Verlag stecke, der nur am Geld der Autoren interessiert sei, doch sei "allerhöchste Aufmerksamkeit" geboten, wenn folgende Punkte zuträfen:

Nicht faire Verlage lassen sich folgendermaßen enttarnen:

  • Sie verlangen für eine Veröffentlichung bis zu fünfstellige Eurobeträge. Mitunter verraten Sie dies jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen.
  • Sie werben oftmals mit folgenden Aussagen: "Verlag sucht Autor" oder "Manuskript gesucht". Ein seriöser Verlag sucht in der Regel keinen Autor durch offene Werbeanzeigen, sondern er sucht Buchkäufer. Wer nach Autoren sucht, setzt sich jedenfalls dem Eindruck aus, sich nicht durch Buchverkäufe zu finanzieren, sondern durch die Autoren.
  • Sie schalten Google-Anzeigen im Internet, in denen sie damit werben, Autoren zu suchen.
  • Sie treten offensiv in kleinen Werbeanzeigen (gerne in renommierten Tages- und Wochenzeitungen) an die Autoren heran.
  • Sie fordern zur sofortigen Manuskripteinsendung auf — gerne auch per E-Mail.
  • Sie rechtfertigen ihre Verkaufspraxis mitunter unter Heranziehung namhafter Namen und bewerben sich als besonders renommiert. Es gilt: Ein renommierter Verlag hat es i.d. R. nicht nötig, etwa damit zu werben, seine Verlagsräumlichkeiten an einem besonders literarisch oder kulturell bedeutsamen Ort angesiedelt zu haben. Sie bewerben sich als "Dienstleisterverlage" oder suggerieren einen Print-on-Demand ähnlichen Verlag. Tatsächlich ist der Begriff "Dienstleisterverlag" jedoch ein Oxymoron, eine in sich unsinnige und widersprüchliche Wortkombination. Denn ein Dienstleister wird bezahlt, während der Wortursprung von Verlag von "vorlegen" kommt, wozu auch das Autorenhonorar zählt.
  • Bei Durchsicht der Verlagsverträge fällt auf, dass sie von den Musterverträgen des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di abweichen."

Quelle: www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com